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Archiv zu Kampagnen/Aktionen

20. Baselbieter Naturschutztag

25. Oktober 2014

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Infrarotübertragung einer Fledermaus-Wochenstube

Freitag, 13. Juni 2014, 21 bis ca. 22.30 Uhr, Baselstrasse 30 in Zwingen

Der BNV organisierte anlässlich des diesjährigen Kampagnenschwerpunkts – mit Unterstützung der Schweizerischen Stiftung für Fledermausschutz – eine Infrarot-Übertragung aus der Aufzuchtkolonie des Grossen Mausohrs, einer bedrohten Fledermausart von nationaler Bedeutung. Mehr als 50 Personen nahmen an dem spannenden und einmaligen Anlass bei idealem Wetter in Zwingen teil.

Bekannte Quartiere werden von Fledermausschützenden überwacht, indem die Weibchen und ihre Jungen mehrmals im Jahr gezählt werden. Nur so können Probleme rechtzeitig erkannt und Schutzmassnahmen getroffen werden. Besonders aktuell ist dies bei der von uns besuchten Kolonie: Im letzten Jahr wurden bei der sommerlichen Zählung alarmierend wenig Fledermausweibchen gezählt. Wir hoffen, dass diese Zahlen nur eine Konsequenz der schlechten letztjährigen Wetterverhältnisse waren. Die Zählung in diesem Jahr wird also entscheidende Informationen zum Zustand der Kolonie geben. Céline Martinez (Pro Chiroptera) und Marcel Fierz ( Stiftung Fledermausschutz) vermittelten Informationen zu dieser Fledermausart und ihren Lebensraumansprüchen.

Die Tiere warben aber am Anlass gleich für sich selber:

Spektakuläre LIVE-Videosequenzen aus der Dachstockkolonie zeigten die laufenden Ausflugsvorbereitungen im Dachstock und gaben einen Einblick in die Jungenaufzucht und die enge Mutter-Kind-Beziehung der Fledermäuse. Anschliessend wurden die ausfliegenden Fledermausmütter gezählt (in den letzten Jahren wurden zwischen 100 und 250 ausfliegende Tiere gezählt). Rund 160 Mausohrmütter konnten am Ausflugsloch gezählt werden.

infrarotuebertragung ausflugsloch
   
fuetterung grosses mausohrjunges
   

publikum 2


Nacht der Fledermäuse

29./30. August 2014

>> Weitere Informationen finden sie hier <<

plakat eindruck NdF SW web


Interview mit Lukas Kilcher, neuer Leiter am LZE

Seit 6 Monaten amtiert Lukas Kilcher als neuer Leiter des Landwirtschaftlichen Zentrums Ebenrain LZE in Sissach. Er ist Agrarökonom ETH und war über 20 Jahre beim Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) tätig.

LKilcher

BNV-bulletin: Herr Kilcher, Wie gefällt Ihnen Ihre neue Tätigkeit? Lukas Kilcher: Meine Arbeit am Ebenrain ist hoch spannend und sehr erfüllend. Aus der Diskussion mit Kunden und Partnern des Zentrums, mit dem Team und mit der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion schöpfe ich täglich Inspiration. Auch das Neue an sich gefällt mir, ich schätze mich glücklich mit der Anforderung, wieder einmal so richtig viel von Grund auf lernen zu dürfen.

Die Leitung einer Kantonalen Dienststelle ist sicher sehr komplex und vielschichtig. Wo setzen Sie Ihre Schwerpunkte? Tatsächlich ist meine Arbeit komplex und vielschichtig, aber genau das ist ja das Reizvolle für mich. Ich möchte die Landwirtschaft im Baselbiet voranbringen in ihrer Rolle als Produzentin qualitativ hochstehender Nahrungsmittel und als Pflegerin einer artenreichen Kulturlandschaft. Von allen Bäuerinnen und Bauern wird heute sehr viel erwartet. Einerseits sollen sie gesundheitlich wertvolle Nahrungsmittel produzieren, anderseits dürfen diese nicht teurer sein als im Ausland. Zudem steigen die gesellschaftlichen Erwartungen an ökologische Leistungen der Landwirtschaft. Unsere Aufgabe ist es, die Bauern zu unterstützen durch einen fairen und effizienten Vollzug, durch vorausschauende Bildungs- und Beratungsangebote, durch Förderung der Produktion und Vermarktung sowie durch Projekte in der ländlichen Entwicklung. Hier möchte ich unseren Handlungsspielraum optimal nutzen, um allen Bäuerinnen und Bauern eine erfolgreiche Zukunft zu ermöglichen. Gleichzeitig haben wir den Auftrag, die Bevölkerung zu informieren und zu beraten in Sachen gesunde Ernährung mit nachhaltigen Produkten aus der Region. Wir können uns diese ja problemlos leisten, denn wir geben nur kapp 7 Prozent unseres Einkommens für Lebensmittel aus, weltweit am viertwenigsten, Tendenz sinkend. In Deutschland zum Beispiel geben die Haushalte im Schnitt mehr als 15 Prozent vom Einkommen für Nahrungsmittel aus, Tendenz steigend trotz günstigeren Preisen. Auch aus dieser Sicht ist der Einkaufstourismus zu hinterfragen.

Baselland war im Biolandbau der Pionierkanton. Auch in Ihrer beruflichen Laufbahn hat der biologische Landbau eine zentrale Rolle gespielt. Werden Sie den Biolandbau im Baselbiet stark fördern? Dank dem Ebenrain und dem früher in Oberwil und heute in Frick ansässigen Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) ist das Baselbiet als Pionier des Biolandbaus bekannt. Der damalige Ebenrain-Direktor Otto Buess hat den Gutsbetrieb auf bio umgestellt – der erste in der Schweiz – und dem Ebenrain so eine nationale Vorreiterrolle verschafft. Das Baselbiet liegt mit heute 121 Biobetrieben und 3'328 Hektaren Biofläche auf Platz neun im Schweizer Bioranking. Gründe dafür sind die grosse Nachfrage nach Bioprodukten und die Förderung durch Direktzahlungen vom Bund. Nach der Einführung der Direktzahlungen und dem Einstieg von Coop im Biomarkt 1993 begann die Nachfrage nach Bioprodukten stark zu wachsen. Schon bald war das Angebot zu klein. Coop und Bio Suisse lancierten eine breit angelegte Umstellungsinitiative: 1500 Bauern stellten damals auf Bio um. Heute bietet der stetig wachsende Markt weiteres Potenzial für zusätzliche Bioproduzenten, zum Beispiel für Baselbieter Spezialitäten wie Kirschen, für Gemüse und für Ackerbauprodukte, aber auch für Fleisch. Bei der Biomilch ist der Markt gerade gut gesättigt, hier muss die Produktion gut auf den Markt abgestimmt werden. Ob eine Umstellung auf Bio sinnvoll und möglich ist, lässt sich am besten an einer individuellen Umstellungsberatung eruieren. Diese Leistung bieten wir in Zusammenarbeit mit dem FiBL an.

Aus Sicht des Naturschutzes ist der ökologische Ausgleich in der Landwirtschaft äusserst wichtig. Zurzeit findet ein einschneidender Wandel beim ökologischen Ausgleich, neu Biodiversitätsförderflächen genannt, statt und die Komplexität der Umsetzung nimmt zu. Wie werden die Landbewirtschafter darauf vorbereitet und wie kann/wird das LZE sie unterstützen? Wir informieren die Bäuerinnen und Bauern über die neuen Angebote, das ist der erste Schritt. Nach einem Studium dieser Unterlagen kommen dann viele wieder mit konkreten Fragen auf uns zu, was oft ausführlichere Beratung erfordert. Unser Ziel ist, individuelle Informations- und Beratungsbedürfnisse möglichst effizient und kompetent zu beantworten. Es ist aber klar, dass wir mit beschränkten Ressourcen arbeiten und nicht zu jedem Fachthema eine eigene Fachkraft anstellen können. Deshalb arbeiten wir bereits heute mit Nachbarkantonen intensiv zusammen. Unser Ziel ist es, individuelle Informations- und Beratungsbedürfnisse möglichst effizient und kompetent zu beantworten. Im Bereich Landschaftspflege haben wir gerade investiert: Auf Basis eines Landratsbeschlusses haben wir eine neue Stelle geschaffen für die Landschaftsqualität. Wir möchten die Bauern über die neue Beitragskategorie der Bundes-Direktzahlungen informieren und werden die Gesuche der Bewirtschafter bearbeiten. Die neue Stelle ist aber auch an der Konzeption dieser neuen Beiträge beteiligt.

Die Aus- und Weiterbildung ist auch im Bereich Landwirtschaft sehr wichtig. Aus Sicht des Naturschutzes wäre die Kompetenz der Landbewirtschafter in den Bereichen Artenschutz, Artenförderung,sowie Lebensraumaufwertungen und – pflege sehr wichtig. Könnten Sie sich eine Zusammenarbeit im Rahmen der Aus- und Weiterbildung mit dem Naturschutz vorstellen? In verschiedenen Diskussionen nehme ich wahr, dass landwirtschaftliche Produktion und Naturschutz immer wieder als Gegensätze wahrgenommen werden: Ökologie verhindert Produktion, Produktion macht Ökologie kaputt. Das muss nicht sein. Im besten Fall schafft es die Landwirtschaft, ökologische Elemente zu ihrem Nutzen einzusetzen, zum Beispiel um Nützlinge anzulocken oder um die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Umgekehrt soll das Anlegen von Biodiversitätselementen nicht bedeuten, dass daraus nichts geerntet werden kann. Hier gibt es noch viel gegenseitiges Lernpotenzial. Daher finde ich eine Zusammenarbeit mit dem Naturschutz im Rahmen der Aus- und Weiterbildung sehr wichtig. Vor- und Nachteile verschiedener Landnutzungsformen müssen realistisch erkannt und so intelligent kombiniert werden, dass schlussendlich die Vorteile überwiegen. Dazu braucht es Fachwissen.

Herr Kilcher, wir danken Ihnen für die aufschlussreichen Antworten und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit! Susanne Brêchet Schönthal und Suzanne Oberer-Kundert


Die Waldohreule, Vogel des Jahres 2014

… ein Vogel, der auf das Aufeinandertreffen zweier Lebensräume angewiesen ist und somit zum SVS Thema 2014 passt, welches sich mit dem Übergangsbereich Waldrand – Kulturland befasst.

Die Waldohreule ist nicht gefährdet. Sie zeigt aber, wie wichtig die Vernetzung verschiedener Lebensräume ist. Die grösste Verbreitungsdichte wird in Landschaften mit starker Zergliederung in Waldstücke und kleinräumig bewirtschafteten Freiflächen (hoher Anteil an Grenzlinienbiotopen) erreicht.

Trotz ihres Namens ist sie ein Vogel der offenen Kulturlandschaft. Dies zeigt alleine schon der Beuteanteil von rund 79% Feld-, 8% Wühl- und nur 9% Waldmäusen sowie 4% Kleinsäuger und Vögel. Wälder bieten der Waldohreule nur dann hinreichend Lebensraum, wenn es dort ausreichend Freiflächen für die Jagd gibt. Lieber benutzt sie offenes Gelände mit deckungsarmen Flächen und niedrigem Pflanzenwuchs, welches ihrer Jagdtechnik entspricht. Denn bei ihr überwiegt die Flugjagd und sie ist deshalb im Vergleich zu anderen Eulen viel weniger auf Jagdwarten angewiesen. Sie jagt in gaukelndem Flug und verharrt von Zeit zu Zeit mit 4-5 weitausholenden Flügelschlägen auf der Stelle; der Beutestoss erfolgt nie im Sturzflug, sondern immer in einem in der offenen Landschaft optisch unauffälligen flachen Gleitflug.

Den Waldrand nutzt die Waldohreule dagegen als Ruheplatz während des Tages sowie als Brutrevier. Sie zieht dabei Nadelbäume vor, die ihr ausreichend Deckung bieten und in denen sie alte Nester von Krähen und Elstern benutzen kann. Diese Bedingungen findet sie aber auch in Feldgehölzen und Baumhecken im Kulturland sowie in Parkanlagen von Siedlungs-Randbereichen, wenn diese an landwirtschaftlich genutzte Bereiche grenzen.

Text und Foto: Andrea Capol

Waldohreule web

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Waldohreule in einem Feldgehölz in Rodersdorf


Frühlingszeit ist Jungvogelzeit

Der Frühling hat endlich Einzug gehalten. Erfreuliche Zeichen dafür sind die frühmorgendlichen Vogelkonzerte, balzende Pärchen und das beginndende Brutgeschäft der Vögel. In dieser Aufzuchtsphase kann es vorkommen, dass vermeintlich verlassene Jungvögel aufgefunden werden. Ungeduldige Jungvögel verlassen häufig das Nest, bevor sie richtig flügge sind, das heisst fliegen können. Die oft verlassenen Jungvögel sind jedoch weder verletzt noch von den Eltern verstossen. Sie werden in der Regel auch ausserhalb des Nestes von ihren Eltern weiterhin versorgt. Eine goldene Regel lautet deshalb: die Jungvögel dort lassen, wo sie aufgefunden werden. Die beiden Vogelpflegestationen nehmen verletzte oder verlassene Jungtiere von Greifvögeln und Eulen auf. Aufgefundene Junge von Singvögeln können nicht aufgenommen werden, da ihre Pflege das Mass der Ehrenamtlichkeit übersteigt und wie geschildert, ein Eingreifen in der Regel sowieso unnötig ist.Weitere Informationen finden Sie bei den unten stehenden links.

<<SVS Merkblatt "Jungvögel-was tun? " >> <<SVS Merkblatt "Was tun mit einem jungen Mauersegler?">>